| Die Luisenburg mit den alljährlich stattfindenden Luisenburg Festspielen ist mit Europas größtem Felsenlabyrinth die wichtigste Sehenswürdigkeit des Fichtelgebirges. |
Durch das Felsenlabyrinth der Luisenburg:
Vom Parkplatz aufwärts am Apfelbrunnen vorbei zur Städtischen Luisenburg-Gaststätte. Dort Hinweisschilder
"Felsenlabyrinth". Ab dem Kassenhäuschen führt der blaue Pfeil durch die gigantische Fels- und Waldkulisse
aufwärts bis zum Kreuzfelsen, der rote Pfeil führt durch das Felsenareal zurück. Gehdauer etwa 1 1/2 Stunden;
festes Schuhwerk erforderlich! Einkehrmöglichkeiten: Luisenburg Hotel Gastronomie |
Betrachten wir zunächst die Entstehung der einmaligen Felsenlandschaft mit europäischer Einmaligkeit: Vor
240 Millionen Jahren (im Oberkarbon)
füllten sich
die Hohlfalten eines längst nicht mehr existierenden Hochgebirges mit glühendflüssiger Schmelze.In langen
Zeiträumen erstarrte das Magma zum kristallinen Tiefengestein Granit. Die darüber liegende Decke von Schiefern
(Phyllith, Quarzit) und Marmor wurde in der Zeit bis heute zum größten Teil abgetragen. Seit Tertiär (vor 30
Millionen Jahren) griff die Oberflächenverwitterung auch in den Granit selbst ein. Dazu leisteten ihr die im Granit durch
ungleichmäßige Abkühlung vorgebildeten Horizontal- und Vertikalklüfte Hilfe. Das fast tropische Klima des
Tertiärs begünstigte die chemische Verwitterung; der Frost und die rhythmischen Temperaturschwankungen des
anschließenden Diluviums (Eis- und Zwischeneiszeit) dagegen zeigten eine heftige mechanische Verwitterung. Da die
Abtragung am ehesten die Ecken angreift, entstanden zunächst im Gesteinsverband wollsack- bis matratzenförmige
Gebilde. Als das Abtragungsgut im Zusammenhang mit nacheiszeitlichen Fließerden herausgeschwemmt wurde, veränderten
die inzwischen mehr oder weniger isolierten Blöcke ganz langsam ihre Lage; ein Vorgang, der sich auch heute noch, wenn
auch mit kaum merklicher Geschwindigkeit, fortsetzt. |
Eine Botanische Rarität in den Felsnischen ist das Leuchtmoos. Das Pflänzchen hat nicht die Fähigkeit des Selbstleuchtens, es strahlt das Tageslicht im Zellaufbau des Vorkeims wider.
Unternehmen wir einen Rundgang durch die einmalige Fels- und Waldkulisse der Luisenburg und nehmen uns dazu 1 ½
Stunden Zeit. Den Labyrinth-Eingang finden wir beim Kassenhäuschen südlich der Freilichtbühne (Hinweisschilder).
Der Aufstieg erfolgt mit blauem Pfeil; der Abstieg mit rotem Pfeil. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Der gut begehbare Weg
führt durch Felsschluchten, durch niedrige Felsblöcke hindurch und über Treppen, an Felsen mit rührseligen
Inschriften vorbei hinauf zum Gipfelkreuz (höchster Punkt des Labyrinths, 785 m ü.NN) mit guter Rundsicht. Beim
Abstieg wieder sehenswerte Felsformationen. (Im Labyrinthführer, den man am Kassenhäuschen erhält, werden alle
Sehenswürdigkeiten ausführlich beschrieben).
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Erschließungsgeschichte: Von 1790 an begann man in die bis dahin gemiedene Felsenwildnis einzudringen, sie durch
Einebnen von Schluchten und Austrocknen von Sümpfen begehbar zu machen. Den Endpunkt dieses ersten Teils der
Erschließung des damaligen Luxburggebietes markierte man mit der Inschrift: "Bis hierher und nicht weiter".
Nach Umbenennung der Luxburg in Luisenburg 1805 erfolgten weitere Erschließungsmaßnahmen. Der Hauptinitiator war
der Wunsiedler Bürgermeister und Kreisarzt Dr. Johann Georg Schmidt. Nach dem Ende der französischen Besetzung des
Bayreuther Landes (1806-1810) führten drei seiner Söhne ab 1811 das Werk des Vaters fort. Unterstützt von
Gästen des Alexandersbades und anderen vermögenden Freunden machten sie den Bereich der beiden ehem. Burgen und die
daran anschließenden Felspartien zugänglich. 1815 errichtete man auf dem höchsten Punkt das erste Holzkreuz,
1819 bezog man als letztes noch die Gegend um die sog. Dianaquelle mit in die Anlagen ein. 1820 war die Erschließung
vollendet. Das Felsenlabyrinth wurde damit zur größten Attraktion des Fichtelgebirges. |